Absorber und Diffusoren

Akustische Elemente dienen der raumakustischen Optimierung des Tonstudios. Man unterscheidet zwischen Absorbern, Resonatoren und Diffusoren. Absorber und Resonatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Schallenergie aus dem Raum entfernen. Diffusoren reflektieren den Schall ungerichtet in den Raum, wodurch eine Durchmischung des Schallfeldes erfolgt. 

Als Absorber haben wir die mit einem schwarzen Vlies überzogenen Schallschluckplatten verwendet. Als Resonatoren haben wir Plattenresonatoren und Helmholzresonatoren gebaut, deren Absorptionseigenschaften auf zwei unterschiedlichen Wirkprinzipien beruhen. Während die Schallschluckplatten breitbandig Frequenzen zwischen 200 Hz und 10.000 Hz absorbieren, können Helmholz- und Plattenresonatoren schmalbandige Absorptionsmaxima im tieffrequenten Bereich aufweisen.

Unsere Diffusoren sind nach dem Skyline-Prinzip einer mathematischen Maximalfolge konzipiert. Sie besitzen einen Styroporkern, wurden äußerlich mit einer 1-cm dicken Farblasur überzogen, um undurchlässig gegenüber Frequenzen über 1.000 Hz zu sein.

Raum-in-Raum

 

Zur akustischen Entkoppelung gegenüber eindringendem Lärm von außen, empfiehlt sich der Bau einer Raum-In-Raum-Konstruktion. Angefangen beim Fußboden sollte auf eine genagelte oder geschraubte Verbindung zwischen Unterlattung und Estrich vermieden werden. Zur Füllung der Innenräume dient uns eine trittschalldämmende Perlite Dämmstoff-Schüttung.

 

Mittels abgehängter Unterdecke und Vorsatzwände aus biegeweichem Gipskarton lassen sich bei richtiger Auslegung im Vergleich zu einschaligen Bauteilen stark verbesserte Schalldämm-Maße erreichen. Schallbrücken werden durch die elastische Lagerung der Balken auf Sylomer(C) vermieden. Die Zwischenräume zwischen Bestandsdecke und -wänden und der Raum-In-Raum-Konstruktion werden mit einem porösen Absorptionsmaterial gefüllt.

 

Abhörposition und Lautsprecher

 

Bei dem Dead-End-Life-End ist vorgesehen die breitbandig absorbierenden Flächen hinter den Lautsprechern zu positionieren und diffus reflektierende oder schmalbandig absorbierende Resonatoren auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes, also im Rücken des Arbeitenden anzuordnen.

 

Die richtige Position der Lautsprecher und Absorber im Raum entscheidet über die Qualität der Abhörsituation. Werden an den Stellen der Erstreflexionen absorbierende Elemente angebracht, kann der Anteil des Nutzschalles zum verzögert eintreffenden Störschall verbessert werden.  Die Stereowahrnehmung wird dadurch begünstigt und Mixentscheidungen können unbeeinflusst von den raumgeometrischen Eigenschaften und Raummoden getroffen werden.

 

Messtechnische Überprüfung

 

Es ist sinnvoll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen absorbierenden Elementen und reflektierenden Flächen zu erhalten und den Raum nicht zu stark zu bedämpfen. Gemessen wurde mit einem abgeschalteten breitbandigen Rauschen und einem Schalldruckpegelmessgerät der  Klasse I nach IEC 60651 vor und nach der raumakustischen Optimierung.

 

Die Messungen zeigen für alle Frequenzen eine annähernd lineare Nachhallzeit. Der Anstieg hin zu tiefen Frequenzen verläuft geradlinig und kann nach den Anforderungen der DIN 18041 "Hörsamkeit in Räumen" akzetiert werden.

 

Mit einer Nachhallzeit an der Abhörposition von 0,25 s zwischen 200 Hz und 10.000 Hz erfüllt der Raum meine Ansprüche und lässt ein weitestgehend raumunabhängiges Bearbeiten von Audioaufnahmen zu.